Der 31. Bundeskongress Internationalismus (BUKO) wird im nächsten Jahr vorrausichtlich vom 09.-12.Mai ‘08 (Pfingsten) in der Region Ruhrgebiet/Bergisches Land stattfinden.
Der seit 1977 stattfindende Kongress der Bundeskoordination Internationalismus, kurz BUKO, ist für die Linke in der Bundesrepublik zu einer Institution geworden. Gedankenaustausch, Vernetzung und Verständigung über internationalistische, linke Politik und Aktion stehen hier im Vordergrund.

Wir (die Initiative gegen Rassismus uns Ausgrenzung Dortmund) haben im Rahmen der lokalen Vorbereitung übernommen, den Themenschwerpunkt “Antirassismus/Migration” zu koordinieren, weil wir uns Diskussionen um Voraussetzungen und Perspektiven antirassistischer Politik und Veranstaltungen/Workshops (oder andere Beiträge) wünschen, die sich aufeinander und auf aktuelle antirassistische und linke Debatten beziehen. Wir möchten euch deshalb die Fragen, die uns zur Zeit beschäftigen, mitteilen (und die wir in unserer Gruppe durchaus kontrovers diskutieren) und hoffen damit euer Interesse daran zu wecken, euch an der BUKO-Vorbereitung zu beteiligen.

Und natürlich seid ihr herzlich zu den lokalen und überregionalen Vorbereitungstreffen in Bochum eingeladen. Das nächste überregionale Treffen ist vom 30.11. bis 2.12.2007 in Bochum.

Und übrigens:

Passen unsere politischen Strategien nicht mehr zu den gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen? Der Blick der linksradikalen antirassistischen Bewegung war und ist noch immer stark auf die Fluchtmigration fokussiert, was historisch mit der besonderen Bedeutung der Asylgesetzgebung in der BRD begründet war. Doch mittlerweile wird die Asylbeantragung immer weniger als Immigrationsmöglichkeit genutzt und andere Wege wie etwa die Familienzusammenführung haben an Bedeutung gewonnen. Folge ist, dass
abgesehen von der Thematisierung des Skandals der unendlichen Kettenduldungen die Fluchtmigration nur noch ein gesellschaftliches Randthema ist - eben auch für MigrantInnen. Trotzdem gibt es kaum Proteste oder Widerstand gegen rassistische und heterosexistische Verschärfungen der ausländerrechtlichen Regelungen für “Heiratsmigration”. Teilweise hat sich die Diskussion nun auf die Thematisierung der tödlichen Abschottung der EU-Außengrenzen mit militärischen Mitteln verschoben - allerdings sind die Möglichkeiten eines Eingreifens auf diesem Feld noch nicht weit entwickelt. Wie können wir in diesen Bereichen handlungsfähiger werden?
Migration wird in der Öffentlichkeit im Kontext eines offensiven Integrationsdiskurses debattiert. Diese Debatte kann einerseits als rassistisch-repressiv gewendeten Diskurs gegen Migration/MigrantInnen analysiert werden, andererseits wird sie aber auch von migrantischen Selbstorganisationen genutzt, um Rechte auf politische und soziale Partizipation einzufordern.
Wie positionieren wir uns als antirassistische AktivistInnen zu diesen Debatten? Lehnen wir “Integration” als staatliche und gesellschaftliche Forderung nach Anpassung und Staatstreue ab oder besetzten wir den Begriff “Integration” positiv, indem wir ihn als Gegenpol zu Ausgrenzung verstehen und formulieren auf dieser Basis Forderungen?

*Ist die antirassistische Bewegung in der BRD in der Krise?*
Der Mobilisierungserfolg zu den migrationsbezogenen Aktionen im Rahmen der Anti-G8-Aktivitäten im Juni dieses Jahres in Rostock hat verdeckt, dass die Vorbereitung nur von wenigen Zusammenhängen bzw. Einzelpersonen getragen wurde, dass es keine gemeinsame bundesweite Antira-Struktur gibt und dass in den seit einigen Jahren parallel bestehenden überregionalen Bündnissen (k.m.i.i., deportation-class, Grenzcamp, No-Lager, Papiere für alle, …) vielfach die Luft raus zu sein scheint, falls sie sich nicht aufgelöst haben (vergleiche das Resümee von kmii-Hanau zu den Anti-G 8 Aktivitäten). Handelt es sich bei der zu konstatierenden Krise im Kern um politisch nicht geklärte Fragen, die Ausdruck davon sind, dass unsere politischen Strategien nicht mehr adäquat sind? Oder passen sich Netzwerke/Bündnisse an gesellschaftliche Entwicklungen an, indem sich alte Strukturen auflösen und an anderer Stelle neue Bündnisse und Netzwerke zu neuen Themen entstehen?

Was bedeuten diese (und andere neuere) Entwicklungen für die politische Ausrichtung einer Antirassismus-Bewegung?

Wir würden gern mit euch über diese Fragen auf dem Buko 31 diskutieren und laden euch deshalb herzlich ein, euch auf die ein oder andere Weise an der Vorbereitung des Buko zu beteiligen, indem ihr uns mitteilt, ob ihr plant am Buko 31 teilzunehmen, ob euch ähnliche oder ganz andere Fragen beschäftigen, die ihr gern auf dem Buko diskutieren wollt, ob ihr euch vorstellen könnt, einen Beitrag / eine Veranstaltung auf dem Buko (mit) zu gestalten.